Der Abend hat längst seine Jungfräulichkeit verloren. Unsere Münder zappeln wie hungrige Bienen, die es kaum erwarten können von ihrem eigenen Honig zu schlemmen. Und zum Alkoholpegel mag ich hier mich gar nicht weiter äußern. Doch von dem einen Moment, der den ganzen Abend in eine andere Richtung schubst, ganz vorsichtig, zart und liebevoll legt sich über den Sturm plötzlich eine Stille des Friedens wie man sie heutzutage nur noch sehr selten findet.
Ich habe für mich beschlossen, dass ich nur mit mir glücklich sein kann. Soll heißen, ich hole mir da draußen meine 100 Prozent und sehe meinen Monsieur wie eine Urlaubsinsel.
Für den Bruchteil einer Sekunde erschrecke ich, solche Gedanken von dir zu hören, weil ich dich bisher anders eingeschätzt habe. Eine junge Frau auf der stetigen Suche nach irgendwas. Nun, meine liebe Madame, bist du fündig geworden und ich freue mich so sehr, dass ich es herausschreien möchte wie ein Säugling, das gerade aus dem Bauch der Mutter gepresst worden ist. Stattdessen nehme ich im Stillen deine Hand und lächele, weil du etwas gesagt hast, das gerade richtig gut in mein Lebenspuzzle passt.
Manche Einsichten kommen erst später, aber wenn sie da sind wärmen sie einen so sehr wie die starke Sonne im Juli.