Der Geruch. Er war zuerst da. Es roch nach warmen Sommerregen, der sich erfrischend auf den erschöpften Asphalt legte. Die Stadt atmete auf, so schien es für einen Moment. Irgendwo zwischen den Fußtritten der Menschen entdeckte sie ein lautes Zischen. Eigentlich konnte dies aber nicht sein, weil der Sommer noch in weiter Ferne lag und der Winter einen seiner letzten Atemzüge tat. Er war dieses Mal zu beharrlich, zu stark und wollte nicht weichen. Den Frühling wies er mit einer Arroganz von sich, doch manchmal war der Lenz stärker. So wie manche Menschen stärker waren als andere. Sie wünschte sich diesen Winter. Eine gewisse Überheblichkeit wie einige Frauen sie mit grellen Lippenstiften zur Schau trugen, es gar nicht merkten, nur kleine Mädchen, die die auffallenden Münder anguckten, sich nicht satt sehen konnten, weil bunte Farben ihnen viel Freude bereiteten. Dazu war sie nicht im Stande. Nicht das Gucken und Starren, sondern das Starksein. Das musste sie verloren haben. Vielleicht schlummerte die Stärke in dem einen Handschuh, den sie verloren hatte. Irgendwo da draußen lag sie jetzt und wusste nicht mal, dass ihre Abwesenheit aus einer jungen Frau ein Mädchen machte, das sich nach bunten Farben sehnte.