** Ein kleiner Filmtipp für große Glücksmomente. **
** „Den Film zu sehen, heißt aufzuatmen.“ (tip) **
** 14. Mai um 21 Uhr auf Arte **

** Mehr über die Regisseurin und Künstlerin, Miranda July, gibt es hier. **
Mai 13, 2009
** Ein kleiner Filmtipp für große Glücksmomente. **
** „Den Film zu sehen, heißt aufzuatmen.“ (tip) **
** 14. Mai um 21 Uhr auf Arte **

** Mehr über die Regisseurin und Künstlerin, Miranda July, gibt es hier. **
März 7, 2008
Vor zwei Wochen lief im Fernsehen dieser Film. Ich habe ihn bereits im Kino gesehen und schon damals wusste ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Aber eins weiß ich bestimmt: Das ist ein sehr guter Film, den es nicht allzu oft in Deutschland gibt.
Nike und Katrin haben zwei Dinge gemeinsam: Sie wohnen im gleichen Haus und sind auf der Suche nach dem richtigen Mann. So verbringen sie fast jeden Sommerabend auf Nikes Balkon, trinken Wein und träumen von einem besseren Leben. Nike – eine typische Berliner Schnauze – ist Altenpflegerin, malocht im eigenen bescheidenen Wohlstand. Katrin, allein erziehende Mutter und Akademikerin, arbeitlos, versucht vergeblich einen Job zu bekommen. Zwischen den Freundinnen läuft alles bestens bis Roland, ein machohafter Fernfahrer ihre Wege kreuzt. Auf einmal kommen ungewollte Turbulenzen auf, die Katrin am Ende im Alkoholrausch sogar ins Krankenhaus bringen. Solidarität gehört zu einem der großen Themen in Sommer vorm Balkon. Der Zuschauer bekommt leicht eine Gänsehaut, wenn er Nike dabei zusieht, wie sie mehr für die zu pflegenden Damen und Herren unternimmt als sie eigentlich sollte. So liest sie beispielsweise mit einer Selbstverständlichkeit der achtzigjährigen Helene aus ihrem Lieblingsbuch vor oder zieht das zu große Kostüm der verstorbenen Frau Oskars an.Nike ist eine einfache Frau mit dem Herz an der richtigen Stelle. In ihrem Leben ist alles bestens arrangiert: Die Wohnung aufgeräumt, die Frisur sitzt perfekt und die Wurscheiben zum Frühstück freuen sich über eine würdige Präsentation – sie liegen fein säuberlich zusammengerollt auf dem Teller. Eine fast glückliche Frau, möchte man meinen, wenn da nicht die Sache mit der fehlenden Liebe wäre. Katrin hingegen verzweifelt als Arbeitslose, das spürt man schnell. Sie besucht Bewerbungstrainings und hält sich mit kleinen Jobs über Wasser. Ihrem Sohn versucht sie eine gute Mutter zu sein und kommt schnell an die Grenzen, wenn es um finanzielle Dinge geht wie gute Laufschuhe für ihren Schützling.Der Film bewegt sich zwischen Leichtigkeit und Tragik. Gerade dann, wenn die sonnengelben Glücksmomente sich in die tiefschwarze Verzweiflung wandeln, versucht die leichte Musik von Pascal Comelades den Sturz aufzuhalten. Andreas Dreesen ist nach seinen anderen beiden Erfolgen “Halbe Treppe” und “Willenbrock” ein Film gelungen, wie es ihn selten in Deutschland gibt. Das Drehbuch von Wolfgang Kohlhaase versuchte er, die Leichtigkeit mit der Tragik zu verbinden. Man spürt sofort seine Liebe für seine Figuren und fürs Detail, denn Dreesen überlässt nichts dem Zufall. Auch wenn Vieles arrangiert aussieht, hat es doch den Touch der Wirklichkeit – genau das macht den Film zu einem einzigartigen Erlebnis. Der Zuschauer pendelt zwischen Lächeln und Zittern, zwischen Hoffnung und Verzweilfung. Ganz zu schweigen von der schauspielerischen Leistung. Wenn man Katrin lallend in der Notaufnahme sieht, möchte man sich am liebsten die Decke vor die Augen halten -so sehr schmerzt der Anblick. Oder Nike, die ständig lächelt als wäre das Leben leicht wie eine Wolke.Sicherlich werden einige Zuschauer am Ende des Films nicht wissen, was überwiegt, ist es die Leichtigkeit oder die Tragik? Doch was bleibt ist der Wunsch, das alles besser werden kann.