Alle vier Minuten kommt die U-Bahn hier vorbei
und alle dreieinhalb Minuten kommt ein neues Bier und ich sage dir:
Das ist ungesund,
weil es nämlich irreführend und gefährlich ist,
wenn etwas U-Bahn heißt, das über unseren Köpfen rattert,
schließlich steht das U für Untergrund.

Lass uns nochmal um die Häuser ziehen.
Schonungslos und ohne Hintersinn.
Willenlos und immer mittendrin.
An den letzten warmen Tagen in Berlin.

Andererseits sagst du zu recht, dass die Bezeichnung Hochbahn
auch ganz schlecht ist, wenn man erstmal klärt, dass
dieser Zug kurz vor Schöneberg in den Abgrund fährt.
Abgrund ist ein gutes Wort für die Beschreibung jenes
fortgeschrittenem Verfalls der guten Sitten im Bereich
des öffentlichen Nahverkehrs.

Lass uns nochmal um die Häuser ziehen.
Schonungslos und ohne Hintersinn.
Willenlos und immer mittendrin.
An den letzten warmen Tagen in Berlin.

Soll man nun der Sprache wegen diesen Teil der U-Bahn
unter Schmerzen in die Erde legen oder reicht es,
wenn man kurz vor Schöneberg, die Linie einfach sperrt?
Sicher gibt das böses Blut, doch Sprache ist, das wissen wir,
das allerhöchste Gut und ohne Klarheit in der Sprache ist der Mensch
nur ein Gartenzwerg.

Lass uns nochmal um die Häuser ziehen.
Schonungslos und ohne Hintersinn.
Willenlos und immer mittendrin
An den letzten Tagen in Berlin.

Gut, dass sich in dieser Welt noch jemand an die großen Fragen wagt
und eine Anstrengnung gedanklicher Natur unternimmt ohne Geld.
Gut, auch wenn man so wie wir keinen Dank dafür erwartet und sich selbst nicht lobt,
weil man bescheiden und genügsam gar nichts will als noch ein Bier.

Lass uns nochmal um die Häuser ziehen.
Schonungslos und ohne Hintersinn.
Willenlos und immer mittendrin.
An den letzten warmen Tagen in Berlin.

[Element of Crime. Album: Romantik.]

Das Stöckchen von Bonafilia, das Ada Mitsou mir zugeworfen hat, ist heute Morgen singend bei mir angekommen. Ich vernahm noch die Lieder, welche Mademoiselle Mitsou drauf gespielt hat. Wunderschön! Doch kurze Zeit später in einem ruhigen Moment rief das Stöckchen: Füll mich neu, ich bin noch immer so durstig auch auf deine fünf Songs, die du mit eine einsame Insel würdest. Also öffnete ich mein I-Tunes und stöberte genau die Lieder aus, die mich glücklich machen.

Breath in the Air – Pink Floyd
Dieses Lied legt sich wie ein warmer Schal um meine Seele und am Horizont wird alles klar, keine dunklen Wolken, einfach durchatmen. Ich stehe auf dem höchsten Gipfel der Insel, breite meine Arme auf und fliege der Sonne entgegen.

Breath In The Air

Alicia Vive – Alberto Iglesias (Soundtrack Hable Con Ella)
Als großer Fan von Pedro Almodóvars Filmen, kann ich mich auch seinen Soundtracks nicht entziehen. Die CD zu Hable Con Ella (Sprich mit ihr) hat es mir da besonders angetan. Wenn ich sie höre, werde ich von so vielen Emotionen überschwemmt, dass ich mich am Ende erschöpft und doch gleichzeitig sehr frei fühle, ja glücklich bin. Genau dann sehe ich mich ganz genau.
Das Lied packt mich jedes Mal im Herzen, spült es fort und hinterlässt ein kleinen See an Tränen. Nicht der Traurigkeit, sondern etwas ganz anderem, das ich nicht beschreiben kann, nur dass ich tief erfüllt bin.
Alicia Vive

Sur le fil – Karren Ann
Bei dem Lied möchte ich jedes Mal meine Arme ausstrecken und mich so lange drehen, bis ich umfalle. Ich liebe die Leichtigkeit mit dem melancholischen Ton und denke nicht selten an ein wunderschönes Café in Paris. Ich habe nur die Live-Version bei Youtube gefunden, auf der Le Pop I CD klingt es ein wenig geschmeidiger und passt sich besser in den Groove, den ich meine.

Sur Le Fil

Lay Lady Lay – Bob Dylan
Zugegeben zu dem Lied bin ich durch meinen Liebsten gekommen. Warum mag ich das Lied? Weil es anders ist als die Songs, die ich sonst höre und es mich in eine andere Zeit versetzt. Man ist irgendwo im Westen der USA, draußen stehen alte Cadillacs und auf der Bühne singt Bobby. In der ersten Reihe sitzt Johnny Cash. Was gibt es Schöneres? Und ich tanze mit meinem Mann, während der Raum von einem tiefen Raum angestrahlt wird.

Lay Lady Lay

Breathe – Télépopmusik
Manche gucken mich schief an, wenn ich ihnen meine kleine Leidenschaft für elektronische Musik offenbare, denn angeblich sehe ich nicht so aus. Nun ja. Jedenfalls mag ich die Elektrobeats, die verspielt sind oder einen bestimmten Drive haben. Früher war ich sehr gern auf House-Parties. Bei den Vibes lasse ich mich abends am besten fallen und tanze bis zum Morgengrauen, die einzige Droge sind die Klänge. Fantastisch! Ich erinnere mich noch genau dran, als ich das Lied zum ersten Mal lief. Ich habe jedes Mal die Peugeot-Werbung aufgedreht und konnte nie genug bekommen. Irgendwann verschwand die Werbung und das Lied. Bis ich es vor einiges Jahren bei meinem Liebsten wieder gefunden habe.

Breathe

Danke liebe Bonafilia und Ada – es hat mir großen Spaß gemacht, die kleine Reise in meine Musikwelt!