Was kann ich sagen, als daß ich Dich
liebe; was versprechen, als was in dem
Worte Liebe schon liegt, Treue? Aber
die sogenannte Versorgung? Student
noch zwei Jahre; die gewisse Aussicht
auf ein stürmisches Leben, vielleicht bald auf
fremden Boden!

(Georg Büchner an Wilhelmine Jaeglé, Gießen, März 1834)

Na, hast du dich gut amüsiert?
Es geht so.
Hast du die Metro gesehen?
Nein.
Was hast du dann getan?
Ich bin älter geworden.

„Zazie in der Metro“ – Raymond Queneau

zasie_metro

„Alles wird irgendwann interessant, wenn man nur lang genug hinsieht.“
(Gustav Flaubert)

[Tagebuch] 15. Juni 1947

(…) Vielleicht sind unsere Träume das beste im Leben. (…)
Der Hang zu träumen, zu grübeln ist noch stärker geworden. Und ich habe etwas erkannt: daß ich zwei Leben lebe. Die Wirklichkeit besitzt mich nie ganz, ich bin bereit, vor ihr zu fliehen. Es ist so leicht in das andere Leben zu gehen, in das der Träume. (…)

[Hertha Kräftner. Kühle Sterne.]

Wir sterben.
Das mag der Sinn des Lebens sein.
Aber wir machen auch Sprache.
Das sollte der Maßstab des Lebens sein. [Toni Morrison]

Du willst nicht, daß meine Augen traurig sind. Verstehst du es nicht, welche Schönheit darin liegt, traurig zu sein? Wenn die anderen traurig sind, empfinden sie es als Unglück. Sind sie nicht arm, wenn sie nur in der Freude glücklich sein können? Sie wissen nicht, daß die Trauer sanft u. warm ist u. daß man in ihrem dunklen Haus genau so glücklich sein kann wie in der lichten Freude.

(Hertha Kräftner an Otto, 23.11. 1947)

„Es ist wichtig, sich selbst auszudrücken… vorausgesetzt, dass die Gefühle wahrhaftig sind und deiner eigenen Erfahrung entstammen.“ [Berthe Morisot]

„Jeder von uns erlebt erlebt eine Phase des traviamento – etwa, wenn wir im Leben eine andere Richtung, eine andere via einschlagen. Auch Dante hat das getan. Manche Menschen fangen sich wieder. andere geben vor, sie hätten sich gefangen, manche kommen nie mehr zurück, manche ziehen den Schwanz ein, noch ehe sie angefangen haben, und manche führen aus Angst, vom Weg abzukommen, jahraus, jahrein, das falsche Leben.“

~~ Eine nähere Besprechung zum Buch findest du hier. ~~

beauvoir_sartre.jpg

Ich stelle fest, daß ich im Schlaf
Augenblicke der Euphorie
erlebe, wie ich sie im Wachen
nicht kenne, weil sie ein völliges
Sichvergessen verlangen;
gewisse Drogen vermögen
vielleicht etwas Ähnliches…
Zu allen Zeiten ist Sartre für
mich im Traum bald der
Gefährte gewesen, der er für
mich im Leben ist, bald aber
auch ein Mann mit einem
Herzen aus Stein, den meine
Vowürfe oder Bitten,
Tränen und Ohnmachtsanfälle
gleichgültig lassen; die Ohnmacht
wird mir offenbar
dadurch suggeriert, daß ich
liege, und in diesem Fall leide
ist auch nur bedingt unter
Sartres Haltung; sie hat dann
etwas Unabänderliches und
Unwirkliches, als entwickelte
ich eine Hypothese: wie würde
ich reagieren, wenn er sich gar
nicht um mich kümmerte?

[Simone de Beauvoir]

 

 Auch kein Glück zu haben kann, aus dem Himmel betrachtet, Glück sein. Glück war es für mich, jeden glücklichen Moment zu genießen, selbst wenn ich mir über die Vergänglichkeit des Augenblicks bewußt war. Lassen wir die Banalitäten nicht aus dem Blick. Ich habe in den Zeitläufen zeitläufig gewohnt. Heute ist es ein Genuß orientiertes Essen für mich ein schöner Mittag oder Abend. Vielleicht eine Mahlzeit mit einem Gast. Wir speisen, wir glauben uns zu verstehen und wissen, wir werden uns nicht wiedersehen. Beide wollen wir es nicht. Aber dieser eine Abend war schön, vielleicht ein Symposion. [Wolfgang Koeppen]
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

koeppen.jpg

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Bereits vorhandende Literatur-Kalendereinträge: Ingeborg Bachmann, Virginia Woolf.

Nächste Seite »